Ich hätte gern ein Angebot für einen Online-Shop

Im wachsenden Markt des E-Commerce versuchen immer mehr Menschen Fuß zu fassen. 
Dabei springen Vorteile wie

  • Keine Miete
  • Keine Personalkosten
  • Keine Kosten für Inneneinrichtung / Außenwerbung
  • Irrelevanz des Unternehmenssitzes
  • Relativ schnelle „Eröffnung“ möglich (Im Vergleich zu einem Ladenlokal)

sofort ins Auge. Gerade Startups, ohne Erfahrungen im Online-Handel, unterschätzen hier oft die Komplexität eines Online-Shops und lassen sich fälschlich von Lockangeboten blenden. Wir möchten Ihnen einen Einblick in die Anforderungen und Kosten eines Onlineshops geben, damit Sie genau wissen was Sie bekommen.

Leider gibt es aufgrund der vielen Möglichkeiten, die ein Internet-Shop bietet kein Pauschalangebot oder Shopkostenrechner. 
Wir als Agentur möchten es dem Kunden bei der Kalkulation so einfach wie möglich machen. Hierzu gibt es allerdings gibt es anfangs einige Sachverhalte zu klären.

Mit unserer Checkliste schneller ans Ziel

Wir verlangen nicht, dass jeder Kunde mit einem fertigen Anforderungskatalog in das erste Meeting kommt, doch ist es einfacher für uns und den Kunden, wenn er sich über folgende Punkte im Klaren ist:

  • Welche Funktionen soll mein Shop bereitstellen?

    Zuerst einmal muss man hier zwischen notwendigen Funktionen, die das Geschäftskonzept erfordern und „Nice-To-Haves“ unterscheiden. Die wohl wichtigsten Features eines Online-Shops werden gerne vergessen oder am Rande erwähnt. Dabei gibt es allein für die Versand- und Bezahloptionen viele Möglichkeiten, die auch die Herstellungskosten wesentlich beeinflussen können.

    Magento bietet eine breite Palette von Standard-Funktionen, wie: „Angebot an einen Freund senden“, „Kontaktanfrage“, Rabattaktionen, … bis hin zu individuellen Funktionen, die erst noch entwickelt werden müssen. Die Grenzen setzt einzig und allein Ihr Budget. Die Kosten für extra Features lassen sich aber auch mit einem modularem Shopsystem wie Magento ein wenig verringen, wenn bereits Module mit den gewünschten Funktionen existieren.

    Wichtig ist aber, dass alle nicht im voraus geplanten Funktionen im nachhinein meist nur mit mehr Aufwand und Zeit implementiert werden können. 
Ebenso wichtig ist, dass die Anforderungen einzelner Funktionalitäten klar herausstellt sind. Mit der Aussage: „Ich möchte mit meinem Shop auch Gutscheine ausstellen können“, kann leider kein genaues Angebot erstellen werden. Die folgende Liste soll die Komplexität einer Shop-Funktionalität am Beispiel Gutscheinmodul verdeutlichen:

    • Sollen die Gutscheincodes öffentlich gemacht werden (z.B. für Social-Media-Aktionen) oder sind die Gutscheine als Produkte erhältlich?
    • Soll der Gutschein als Karte per Post bestellt werden können oder nur als selbst zu druckenden Code existieren? (Gutschein-Produkte)
    • Soll der Gutschein in irgendeiner Form individualisierbar sein? (Gutschein-Produkte)
    • Müssen die Gutscheincodes von einem externen System bezogen werden (z.B. für Einlösung im Laden-Geschäft) oder genügt eine zufällige Generierung von Codes? (Gutschein-Produkte)
    • Kann der Gutschein für alle Produkte eingelöst werden oder gilt er nur für bestimmte Produkte?
    • Darf der Kunde mehrere Gutscheine für einen Bestellvorgang benutzen?
  • Wie fülle ich das Shopsystem mit Daten?

    Es macht natürlich einen Unterschied, ob 20 exklusive Produkte manuell pflegt werden oder Produktdaten von 80.000 Produkten bei meinen Lieferanten automatisch abrufbar sind. 
Ein wichtiges Stichwort ist hier das „Warenwirtschaftssystem“. Ein Abgleich der Daten mit einem externen System kann den Aufwand enorm erhöhen.
Möchten Sie Ihr System nach einer Schulung selbst mit Produkten und Inhalten füllen, oder dürfen wir das für Sie übernehmen? 
In jedem Fall ist es wichtig die Anzahl der Produkte zu kennen, um den Shop technisch auf die dadurch zu erwartenden Leistungsansprüche anzupassen.

  • Wieviel Besucher werden täglich erwartet?

    In Zeiten von hoch flexiblen Cloudhosting-Lösungen ist diese Frage in den meisten Fällen wohl weniger technisch wichtig, als für das Budget des Auftraggebers. 
Sind im Anschluss des Starts große Marketing-Kampagnen geplant, sollten Sie jedoch darauf vorbereitet sein, um Ausfälle in Stoßzeiten mit genügend Hardware-Ressourcen vorzubeugen. Für große Shops mit 5000+ Besuchern pro Tag, kommen Sie erfahrungsgemäß nicht um ein verteiltes System, in dem verschiedene Server die Arbeitsprozesse in Kooperation abwickeln herum.

  • Welche Produkte wird der Shop beinhalten?

    Ein Online-Shopsystem muss der heutigen Produktvielfalt und Kombinationsmöglichkeiten gewachsen sein. Magento liefert hierfür eine Reihe von Produkttypen und Optionen, um Produkte wie zum Beispiel Kleidung, Serviceleistungen, Produkt-Bundles oder Downloads verkaufen zu können. Sein besonderes Augenmerk sollte hier auf individualisierbare Produkte, die der Kunde im Shop selbst bestimmen kann, gelegt werden. Um den Aufwand für Entwicklung und Produktpflege genau einschätzen zu können, müssen wir einen Überblick über Ihr Sortiment bekommen.

Mit diesen Informationen können wir Ihnen ein genaues Angebot für Ihren Shop erstellen. Wir werden aus Ihren Feature-Wünschen die Besonderheiten gegenüber eines Standard-Shops herausfiltern und mit Hilfe der Funktionalitätsanforderungen nach bereits existierenden Modulen recherchieren. Falls keine passenden Erweiterungen zu finden sind, wird Ihre Entwicklung kalkuliert. Ebenso ist das Vorgehen für Schnittstellen und sonstige Erfordernisse des Shops.
Natürlich laden wir Sie auch gerne zu einem persönlichen Gespräch ein, in dem wir mögliche aufgekommene Unklarheiten klären und wir Sie über Möglichkeiten und Alternativen aufklären.

Kosten eines Online-Shops

Es ist wie bei fast allem im Leben: Es gibt Autos für 500 Euro, genauso können Sie sich aber auch ein Auto für +100.000 Euro kaufen.

Ebenso ist es auch bei Online-Shops. Ein „Fertig-Shop“ von einem Kommunikationsdienstleister für 10 Euro pro Monat, kann für den Anfang ausreichend sein, stößt aber meist schnell an seine Grenzen. Solche Shops sind nicht zu vergleichen mit offenen, für sich alleinstehenden Shopsystemen wie Magento.
Durch den Einsatz von Magento entfällt schon mal eine Lizenzgebühr. Laufende Kosten fallen hier lediglich für Hosting, Inhaltspflege, Marketing (SEO, SMM, …) und SSL-Zertifikate an. Hier kann je nach Größe des Shops mit monatlich ca. 200 Euro aufwärts gerechnet werden.
Auf lange Sicht sollten regelmäßige Software-Updates und Änderungen eingeplant werden. Dies ist der Preis für die schnelle Entwicklung der virtuellen Welt, wer hier steht muss auf kurz oder lang gehen.

Der Preis für die Entwicklung eines Shops mit Magento ist vor allem von folgenden Faktoren abhängig:

  • Design
  • Anbindung externer Dienste oder Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen
  • benötigte Module / Funktionalitäten

Als Orientierung können hier dem Demo-Store und seine mitgelieferten Designs (Store-Wähler unten im Fußbereich) genommen werden: http://demo.magentocommerce.com/. Je näher Ihre Anforderungen an dem Design und Funktionen dieses Shops liegen, desto günstiger wird Ihr Shop. Also grobe Hausnummer können hier 6.000-7.000 Euro genannt werden.

Größere Shops ohne Warenwirtschaftsanbindung starten bei ca. 25.000 Euro. Die Kosten für eine Schnittstelle zu einem Warenwirtschaftssystem sind abhängig von den internen Abläufen, dem System selbst und ob bereits Schnittstellen für das System zu Magento bestehen.

Auf den zweiten Blick heben sich die oben genannten Vorteile dann doch nicht mehr so klar ab wie zu Anfang angenommen. Viele der eingesparten Kosten gegenüber eines Ladenlokals, werden dann von den nicht so offensichtlichen Aufwendungen eines Online-Shops aufgewogen.

Was ist an einem professionellem Shop so aufwändig?

Wenn ein individuelles Design gefordert ist, liegt hier neben der Programmierung einer Schnittstelle zu einem Warenwirtschaftssystem der größte Aufwand.
Sollte die Wahl für das Warenwirtschaftssystem noch nicht feststehen, ist es ratsam die Entscheidung stark von den bestehenden Schnittstellen bzw. Möglichkeiten der Anbindung abhängig zu machen.

Die Entwicklung von Designs ist so aufwendig, da zunächst einmal ein Designkonzept gemeinsam mit dem Kunden erstellt wird. Darauf folgt dann die Erstellung von Screendesign zur Präsentation, und schließlich die Anpassung der Vorlagen in Magento. Letzteres ist wegen der Anzahl der Dateien sehr zeitaufwändig.

Ein professioneller Online-Shop wird wohl nicht ohne Anbindung einer Warenwirtschaft auskommen, jedoch gibt es Unternehmen für die eine Verwaltung über das Magento Admin Panel ausreicht. Die Pflege der Produkte sollte hier zeitlich jedoch nicht unterschätzt werden.

Was ist der nächste Schritt?

Ich hoffe, dass dieser Artikel den Weg in den Online-Handel erleichtert und Ihnen hilft, genauere Angebot einzuholen.
Für Fragen oder ein individuelles Angebot für Ihr Vorhaben steht Ihnen das Brainworxx-Team jederzeit gerne zur Verfügung.

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5 Gedanken zu „Ich hätte gern ein Angebot für einen Online-Shop

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  2. Sascha Thattil (YUHIRO)

    Sehr gute Übersicht. Besonders Startups unterschätzen die Aufwändungen, besonders für die Konzeptionsphase und das Design.

    Auch die Schnittstellenthematik ist nicht zu unterschätzen. Während einige Warenwirtschaftssysteme (WaWi) zum Beispiel passende vorgefertigte Schnittstellen zu Magento bereitstellen, ist dies für einige WaWi nicht vorhanden und man muss hier Zeit investieren, um die Anbindung herzustellen.

    Indiviualprogrammierungen wie Produktkonfiguratoren sind hier natürlich noch nicht mit einbezogen (wenn man diese denn benötigt).

    Danke für den Beitrag. Ist hilfreich.

    Antworten
  3. Anastasia Stefanuk

    Vielen Dank für den Beitrags und Tipps. Es gibt kein Zweifel, dass Verkaufen durch eCommerce-Plattformen effizienter ist und fast alle Händler heute einen eigenen Online-Shop besitzen. Trotzdem muss man Online-Shop und Online-Marktplatz unterscheiden, da dies unterschiedliche Dinge sind.

    Antworten

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